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Samstag, 06.09.2008 Himara / Albanien Sonntag, 07.09.2008 Himara / Albanien
Der Strand in Himara besteht aus mehreren Buchten. ![]() Deshalb beschließen wir heute ein Stück zu einer der weiteren Buchten zu laufen. Dazu müssen wir ein paar hundert Meter über die "Hauptstraße" durch den Ort. Diese Straße besteht aus Restasphalt-Stücken, Schlaglöchern, Staub und Müll und ist so schmal, dass 2 Autos nicht aneinander vorbei können. Rechts an der Straße steht ein Hinweisschild auf eine Strandbar; hier führt ein Weg ca. 200 Meter zum Strand. An der Abzweigung fällt uns ein im Bau befindliches Hotel oder Apartmenthaus auf, an dem auch am Sonntag gearbeitet wird. Mit einfachsten Mitteln und auf einfachste Art und Weise: Vor dem Haus ein großer Sandhaufen, davor ein Mann mit einer Schaufel, der Schaufel für Schaufel mit Sand in den 1. Stock schleudert. Im ersten Stock steht sein Kollege, der den Sand ganz genauso in den 2. Stock befördert usw. Wir beschließen, erst noch mal eine Bucht weiter zu laufen, gehen dort etwas schwimmen und essen dann in einem Strandlokal, in dem wir die einzigen Gäste sind eine wirklich leckere Pizza. Der Chef ist sehr bemüht, uns alles so recht wie möglich zu machen. Diese Pizzeria macht den Eindruck, dass sie in der Saison mehrere hundert Gäste aufnehmen kann, auch eine Tanzfläche ist vorhanden. Die Musik nervt allerdings - irgendwas Technomäßiges. Wahrscheinlich wollten sie uns was Gutes tun. Auf dem Rückweg kommen wir wieder an der bereits erwähnten Abzweigung mit dem Hinweisschild auf die Strandbar vorbei und beschließen, da auch noch eben runter zu gehen. Am Strand angekommen springen wir erst mal ins herrlich erfrischende, saubere Meer; die Lufttemperatur liegt seit Tagen unverändert bei 35-37 Grad und die Wassertemperatur schätzen wir auf ca. 25 Grad ein. Nach ein bisschen Abhängen am Strand haben wir Durst und nehmen Kurs auf die Strandbar. Man kann bereits deutlich sehen, dass sich die Saison dem Ende nähert. Es gibt nur noch 2 Tische mit einigen Stühlen, außerdem stehen noch einige Barhocker verloren in der Gegend rum. Gäste gibt es nicht. Hat der Laden wirklich noch auf? Sobald wir uns nähern, kommt plötzlich Leben in die Angelegenheit und wir werden gefragt, was wir trinken möchten. Der junge Mann beginnt sofort, einen Tisch und die dazugehörigen Stühle zu verrücken mit dem englischsprachigen Kommentar, dass da mehr Schatten und mehr Wind sei und es insgesamt angenehmer zu sitzen sei. Das fanden wir wieder sehr freundlich und zuvorkommend. Die Bestellung war schnell aufgenommen und die junge Frau brachte uns ein Bier und einen Frappé. Unterdessen versuchte der junge Mann auf englisch ein Gespräch mit uns anzuknüpfen und wir unterhielten uns eine Weile sehr nett. Zum Abendessen gingen wir in das Restaurant Piazza, das ist von der ganzen Reihe der Lokale am Strand im Zentrum das einzigste, was auch Essen serviert. Die anderen sind alle Café-Bars. Zumindest hatte zu unserer Zeit dort kein anderes Restaurant geöffnet. In dem Restaurant konnte man sehen, dass das Inventar ehemals in Deutschland zu Hause gewesen war. An der Eingangstür hing ein Schaukasten für die Speisekarte mit der Aufschrift "Pilsener Urquell". Auch den Aschenbechern und Biergläsern war die deutsche Herkunft anzusehen. Ebenso sprach der Kellner einige Brocken deutsch. Das war auch recht gut so, da die Speisekarte nur in albanisch gehalten war. Wir wollten heute Abend lieber Fleisch anstatt Fisch essen. Auf der Karte standen u.a. 2 Fleischgerichte, die ich als Schweinekotelett und Kalbskotelett übersetzen konnte, nur wusste ich auf die Schnelle leider nicht mehr, welches nun Schwein und was Kalb war, d.h. die beiden Fleischsorten bringe ich immer durcheinander. Im Wörterbuch konnte ich es aufgrund der Dunkelheit bzw. der gedämpften Beleuchtung nicht nachschlagen. Somit waren wir froh, dass der Kellner uns auf deutsch erklärte, dass er sowieso nur Schweinekotelett hätte und das nahmen wir dann auch. Wir bestellten Wein und Salat dazu und das Essen kam dann auch. Leider war die Enttäuschung groß. So wie Jan es bereits vor einigen Tagen in Sarande erlebte, war auch hier das Fleisch "totgebraten". Die Qualität des Fleisches an sich war nicht schlecht, aber offensichtlich scheint es üblich zu sein, das Fleisch vor dem Braten absolut platt zu schlagen und es dann noch sehr lange durch zu braten, so dass der Vergleich mit einer trockenen Schuhsohle nicht mehr so fern liegt - schade. Ein Löffel Öl drüber - so wie in den Ländern Ex-Jugoslawiens üblich - hätte hier sicher nicht geschadet. Der Wein war auch teurer als allgemein üblich. Wir fanden das Restaurant Piazza nicht echt empfehlenswert. Montag, 08.09.2008 Himara / Albanien |
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