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Mittwoch, 10.09.2008 Berat / Albanien Donnerstag, 11.09.2008 Pogradec / Albanien
Um 5.00 Uhr soll es heute nach Pogradec gehen. Es war gar nicht so einfach dies heraus zu finden, obwohl wir am Busbahnhof in Berat die bisher einzigste Tafel mit angeschlagenen Busabfahrtszeiten fanden. Wenn man von Berat nach Pogradec will, ist es wichtig zu wissen, dass man nach dem Bus in Richtung Korça gucken muss; dies ist aus der in den Landkarten eingetragenen Straßenführung nicht ohne weiteres ersichtlich. Nach einigem Rumfragen am gestrigen Tag waren wir jedoch auch zu dieser Information gekommen, ebenso wie die Tatsache, dass dieser Bus nicht vom Busbahnhof, sondern vom nahegelegenen Taxistandplatz abfahren sollte. Um 4.00 Uhr klingelt der Wecker, man will sich ja noch ein bisschen frisch machen, die Klamotten einpacken und ein "Guten-Morgen-Zigarettchen" rauchen. Um ca. 4.35 Uhr besteigen wir den Lift in der Hoffnung, dass der allmorgendliche Stromausfall heute nicht ausnahmsweise verfrüht eintritt. Am Taxistandplatz werden wir sofort von einem Busfahrer angesprochen, ob wir nach Tirana wollen (komisch, alle denken immer dass wir nach Tirana wollen...). Nein - nach Pogradec, und wir werden auch gleich in Richtung eines bereit stehenden Busses geschoben, der dann bereits um 4.50 Uhr abfährt. Die Fahrt ging über Rrogozhine nach Elbasan, über große Stücken auf einer Autobahn (!) Das war ein ganz neues Reisegefühl mit manchmal fast 80 km/h durch die Landschaft zu sausen... Elbasan erschien uns nicht echt sehenswert, ein Ort mit viel Schwerindustrie. Hinter Elbasan verändert sich die Landschaft und man fährt über weite Strecken entlang des Flussbettes des Shkumbin nach Librazhd - sehr schön. Auch diese Strecke ist überraschend gut ausgebaut und man kommt zügig vorwärts. Auf einem schönen Rastplatz mit Café und Kiosk in der Nähe des Shkumbin macht der Busfahrer gut 20 Minuten Pause. Einige Kilometer hinter Librazhd geht es dann in vielen steilen Kurven einen Pass hinauf, an dessen höchstem Punkt sich letztendlich die Straße teilt: Links die Hauptstrecke Richtung Grenzübergang Qafë e thane und nach rechts - nun wieder schlechter ausgebaut - oberhalb der Halbinsel Lin zum Ohrid-See, den man bereits von hier oben bewundern kann. Die letzten 25 km vor Pogradec führen auf einer schmalen Hubbelstraße am See entlang. Wir fahren durch kleine Ortschaften mit in den See gebauten kleinen Lokalen, die vermuten lassen, dass es sich dort vortrefflich Fisch essen lässt. In Pogradec scheint es keinen Busbahnhof zu geben, jedenfalls wird dieser von dem Bus nach Korça nicht angefahren. Wir werden irgendwo in der Nähe des Zentrums an der Straße heraus gesetzt. Wir gehen einige hundert Meter bergab und stehen dann am See und finden es einfach nur schön. Wir werden von einem Zigeunermädchen angebettelt, welches jedoch schnell von einem älteren Mann vertrieben wird. Dies war übrigens erst das zweite Mal in Albanien, dass wir von Zigeunerkindern belästigt wurden. Es ist ca. 8.00 Uhr und aufgrund der frühen Tageszeit und der Meereshöhe (ca. 700 m über NN) ist es empfindlich kühl und wir genießen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Auf der Terrasse eines größeren Hotels direkt am See trinken wir erst mal einige Tassen Kaffee. Dann beschließen wir auf Unterkunftssuche zu gehen. Da wir nicht vorhaben, direkt in der Stadt zu wohnen laufen wir ein Stück am See lang. Entlang des Sees zieht sich eine gepflegte Parkanlage mit etlichen Cafés im Grünen; ![]() darüber hinaus befinden sich an der parallel zum See laufenden kleinen Straße etliche Hotels, Restaurants und Cafés. Wir laufen die Promenade fast bis zum Ende ![]() und bleiben vor dem Hotel Perla als beinahe letztes Hotel an der Straße stehen. Macht äußerlich einen guten, gepflegten Eindruck und wir gehen hinein. Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant und wir sprechen dort einen Kellner an, ob sie ein freies Zimmer haben und was es kostet. Nach der ersten Kontaktaufnahme in albanisch schalten wir auf gebrochenes englisch um; die Chefin kommt hinzu und uns werden verschiedene Zimmer im 1. und 2. Stock gezeigt; wir können es uns aussuchen und entscheiden uns für ein Eckzimmer im 2. Stock mit schönem Balkon und Seeblick. Preis 3000 Lek bzw. 25 Euro inkl. Frühstück für zwei. Was soll man da noch weiter zu sagen? Das Haus ist äußerst gepflegt und die Zimmer sehr geschmackvoll eingerichtet, wie wir es bisher in Albanien noch nicht vorgefunden haben. ![]() Wir richten uns ein, machen erst mal die kleine Wäsche, die nach einigen Tagen immer nötig ist (man kann ja nicht für 1 Monat alle Klamotten mit sich herumtragen). Dann gehen wir unten im Restaurant eine Kleinigkeit essen; wir sind immerhin seit 4 Uhr auf den Beinen und haben außer den paar Tassen Kaffee nach der Ankunft noch nichts zu uns genommen. Gut gesättigt spazieren wir durch die Parkanlage zurück in Richtung Zentrum um uns ein wenig umzusehen. ![]() Vor einem größeren Gebäude - der "bashkia", dem Gemeindehaus - befindet sich ein Stadt- und Umgebungsplan und wir bleiben stehen, um uns erst mal zu orientieren. Kurz darauf werden wir von einem Mann ca. Ende 50 auf englisch angesprochen. Er fragt uns aus, wo wir herkommen und wo wir hier wohnen und erzählt uns allerlei Interessantes über Pogradec und Umgebung. Des weiteren bittet er uns mitzukommen. Er führt uns in das Gemeindehaus durch einige Gänge zu seinem Büro. Dort werden wir einem Kollegen (oder auch dem Chef?) mit Handschlag vorgestellt. Nach verschiedenen Tipps was man sich alles angucken sollte, bietet er uns ein Buch zum Kauf an. Es handelt sich hierbei um einen exzellenten Reiseführer mit wunderschönen Fotos und großem Informationsgehalt. Aus urheberrechtlichen Gründen kann an dieser Stelle leider nicht mehr aus diesem Buch gezeigt werden. Der Preis ist 5 Euro oder 5000 Lek, wobei das Umrechnungsverhältnis natürlich nicht ganz stimmt. Wir zahlen in Lek und das schöne Buch gehört uns. Danach bedanken und verabschieden wir uns und machen uns wieder auf den Weg in Richtung Hotel. Selbstverständlich machen wir unterwegs erst mal in einem der kleinen Parkcafés Pause und ich beschäftige mich gleich intensiv mit dem neuen Reiseführer. ![]() Aus dem Reiseführer erfahren wir, dass der Ausflugsort Drilon gar nicht so weit weg ist - ca. 4 km Richtung mazedonische Grenze und wir beschließen, uns dorthin auf den Weg zu machen und gleichzeitig mal zu gucken, wo die Grenze genau liegt, da unser nächstes Ziel Ohrid in Mazedonien sein soll. Die Straße in Richtung Drilon ist wenig befahren und führt zunächst weiterhin durch parkähnliche Anlagen, vorbei an einer ehemaligen Residenz Enver Hoxha's, die auch heute noch von Sicherheitskräften bewacht wird. Es folgen einige Strandkneipen, die vermuten lassen, dass hier im Sommer sicherlich recht viel Betrieb ist. Der Ausblick auf die schon zu Mazedonien gehörenden Berge ist fantastisch. ![]() In Drilon fließt der Fluss Drin in den Ohrid-See ![]() und drum herum befindet sich eine grüne Oase mit im Sommer schattenspendenden Bäumen. Hier kann man in verschiedenen Restaurants lecker essen und trinken oder auch Boot fahren oder einfach nur den kühlen Schatten genießen. Wir wollen jedoch noch weiter und gucken, was es in Tushemisht zu sehen gibt. Um ehrlich zu sein - nicht all zu viel. Einige meist neuere Hotels, teilweise sehr schön gelegen. Wir laufen noch ein Stück weiter außerhalb des Ortes, in der Hoffnung, Aufschluss über die Entfernung zur Grenze zu erhalten, da uns bis jetzt noch nicht ganz klar ist, ob wir diese in einigen Tagen zu Fuß überqueren werden oder anderweitig. Uns erscheint es dann doch zu weit und wir kehren wieder um und laufen zurück nach Drilon und genießen in einem der Ausflugsrestaurants die Ruhe, die Natur und das Plätschern des Drins. ![]() In unserem Reiseführer steht, dass es stündlich einen Bus zurück nach Pogradec geben soll, jedoch hatte sich uns bis jetzt nicht erschlossen, wann genau dieser fährt. Wir bleiben also so lange wie wir Lust haben und hoffen, auf dem Rückweg eventuell auf diesen Bus zu treffen. Dieser Fall trat dann auch ein, nur dass wir den Bus dann allerdings von hinten sahen... Also sind wir die 5 km zu Fuß wieder zurück und kamen auch erst im Dunkeln beim Hotel Perla an. Da erst mal schön duschen, eine Kleinigkeit essen und dann herrlich ins Bett fallen. Der Tag war doch irgendwie lang genug. Freitag, 12.09.2008 Pogradec / Albanien |
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